Auch wenn der Titel schon etwas älter ist, so gehört er doch immer noch zu den spannendsten Sachbüchern, die ich je verschlungen habe. Und es ist ja auch ein Super-Thema: Wie kann ich besonders gut die Zukunft vorhersagen?
Zu Beginn des Buches geht es vor allem um einen Wettbewerb der amerikanischen Regierungsbehörde IARPA, bei dem verschiedene Teams mit Zukunftsprognosen (schwerpunktmäßig zum politischen Geschehen der jeweils nächsten maximal zwölf Monate) gegeneinander antraten. Bei diesem Wettbewerb setzte sich das Team um Philip Tetlock, Professor an der Universität von Pennsylvania und Prognose-Experte, mehrfach gegen Teams anderer Hochschulen wie dem MIT und gegen die Experten der US-Nachrichtendienste (die im Unterschied zu den anderen Teams auch über Geheiminformationen verfügten) durch.
Das bringt uns natürlich zu der spannenden Frage, wie ihm dies gelungen ist. Ein erster Schritt hängt mit dem „wisdom of crowds“ zusammen: Tetlock engagierte eine große Anzahl an Freiwilligen, aus deren Prognosen Durchschnittswerte gebildet wurden. Dabei handelt es sich aber nicht um das klassische Konzept der Schwarmintelligenz, da bei ihm nur bestimmte Freiwillige (zum Beispiel solche mit einem hohen Nachrichtenkonsum) ausgewählt wurden. Und in einem zweiten Schritt hat er dann diejenigen, die besonders regelmäßig richtig lagen, zu Superforecastern ernannt, womit einherging, ihre Prognosen stärker zu gewichten.
Noch interessanter ist allerdings der nachfolgende Part des Buches, in dem analysiert wird, was die Superforecaster und ihre Vorgehensweise von den anderen Teilnehmern unterscheidet. Da geht es um ganz konkrete, handwerklich Tipps für die Erstellung von Zukunftseinschätzung (wie etwa die Zerlegung komplexerer Fragestellungen in mehrere Teilfragen).
Und ein letzter Aspekt: Irgendwann wurden aus den zuvor autonom agierenden Forecastern Gruppen gebildet, die sich zu den Fragestellungen austauschten. Ergebnis: Die Teams waren im Durchschnitt 23 Prozent besser als einzeln agierende Teilnehmer.